False Memory
Deutschland e.V.

FMD-Archiv

Hier finden Sie ältere Beiträge zur False-Memory-Problematik

Sexueller Missbrauch – Wie Pseudoerinnerungen entstehen können

Renate Volbert | Psychotherapie im Dialog 1/2014 (Bezahlartikel)
Renate Volbert, eine der führenden deutschsprachigen Expertinnen für Aussagepsychologie erklärt in diesem Beitrag kompakt und für ein therapeutisches Fachpublikum verständlich, wie falsche Erinnerungen entstehen – durch Suggestion, Imagination und soziale Einflüsse. Der Artikel richtet sich an Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und ist damit eine der wenigen deutschsprachigen Fachpublikationen, die das Thema direkt in den klinischen Kontext überträgt.

Missbrauch vergisst man nicht. Erinnern und Verdrängen – Fehldiagnosen und Fehlurteile

Hans F.M. Crombag, Harald L. G. Merckelbach, Verlag Gesundheit, Berlin 1997
Enthüllungen über Misbrauchsdelikte an Kindern, aber auch Fehlverurteilungen angeblicher Täter haben die Gesellschaft für Fragen "Was ist wahr - was ist falsch interpretiert?" stark sensibilisiert. In diesem spannend geschriebenen Buch setzen sich die Autoren mit dem Phänomen der Erinnerung sowie deren Beeinflussbarkeit durch Psychotherapeuten auseinander. Anhand von Erkenntnissen aus der Gedächtnisforschung belegen sie, dass die Konzepte Verdrängung und wiedergefundene Erinnerung falsch sind. Antiquarisch

Ich habe Recht, auch wenn ich mich irre. Warum wir fragwürdige Überzeugungen, schlechte Entscheidungen und verletzendes Handeln rechtfertigen

Carol Tavris & Elliot Aronson, Riemann Verlag, München 2010
Das eigentliche Thema des Buches ist kognitive Dissonanz – der psychologische Mechanismus, mit dem Menschen Fehler vor sich selbst rechtfertigen. Für die False-Memory-Problematik besonders relevant ist Kapitel 4 („Good Intentions, Bad Science"), das den geschlossenen Kreislauf therapeutischen Denkens beschreibt: Was Therapeuten sehen, bestätigt, was sie glauben – und was sie glauben, bestimmt, was sie sehen. Tavris und Aronson erklären präzise, warum Therapeuten, die an Verdrängung glauben, ihren Irrtum nicht eingestehen können: Denn das würde bedeuten, dass sie Familien zerstört und Unschuldige ins Gefängnis gebracht haben. Das ist nicht das Bild, das ein guter Therapeut von sich hat – und deshalb bleibt der Irrtum.