False Memory
Deutschland e.V.

FMD-INFOTHEK

Neuere Veröffentlichungen aus Publikums- und Fachmedien. Weiter zurückliegende Veröffentlichungen finden Sie demnächst in unserem Archiv,

Das Narrativ "Rituelle Gewalt". Verschwörungsmythen und toxische Beziehungen in Psychotherapie und Beratung

Jörg M. Fegert, Lea Frühauf, Jelena Gerke, Kim Magiera | Psychotherapie-Verlag 11/2026 (angekündigt)
Die Studie zeigt, wie das Narrativ "Rituelle Gewalt" in Therapien entstehen kann: Behandelnde vermuten hinter berichteten Kindheitstraumata noch Schlimmeres. Gestützt auf die Diagnose einer Dissoziativen Identitätsstörung beginnt dann eine Suche nach verborgener Gewalt durch mächtige Tätergruppen und »Mind Control«. Ausführlich widmet sich das Buch der Frage, wie Gedächtnis und Suggestion zusammenwirken, wenn in der Therapie nach vermeintlich nicht erinnerten Gewalterfahrungen gesucht wird. Interviews und Behandlungsdokumente zeigen, wie solche Annahmen Selbstbild, Beziehungen und Autonomie der Betroffenen beschädigen können. Das Buch nimmt Gewalterfahrungen ernst und skizziert, wie eine verantwortungsvolle Traumatherapie aussehen kann.

Wiedergewonnene Erinnerungen in der Psychotherapie: Eine repräsentative britische Stichprobe

Lawrence Patihis: Client reported prevalence of repressed memory recovery in psychotherapy: a representative U.K. sample | Memory Aug 2026
Deutschsprachige Zusammenfassung (FMD/Claude) mit Link zum Originalartikel
Wie verbreitet ist die Suche nach verdrängten Erinnerungen in der Psychotherapie heute? Lawrence Patihis hat dazu erstmals für eine repräsentative Studie 1.507 Briten befragt. Knapp 9 Prozent derjenigen, die schon einmal in Therapie waren, berichten, sich dort an Kindesmissbrauch erinnert zu haben, von dem sie vorher nichts wussten. Jeder Siebte von ihnen glaubte anschließend, an einer Dissoziativen Identitätsstörung zu leiden. 41 Prozent brachen wegen der neuen Erinnerungen den Kontakt zur Familie ab; bei 17 Prozent besteht der Bruch bis heute. Erinnert wurde vor allem emotionaler Missbrauch, sexueller nur in einem Drittel der Fälle. Patihis gibt zu bedenken, dass hinter solchen Berichten Unterschiedliches stecken kann: zutreffende Erinnerungen, nachträgliche Umdeutungen früherer Beziehungen und Konflikte – gerade bei emotionalem Missbrauch oder Vernachlässigung – und echte falsche Erinnerungen.

Zur Belastbarkeit und Suggerierbarkeit von Erinnerungen. Eine wissenschaftliche Anregung für psychotherapeutische Berufe

Aileen Oeberst | Springer, 2026
Wie verlässlich sind Erinnerungen – und wie leicht lassen sie sich beeinflussen? Dieses Essential zeigt, dass Menschen bereits in wenigen Interviews Erinnerungen an nie erlebte Ereignisse entwickeln können. Es beleuchtet die Mechanismen, die Erinnerungen beeinflussen, und sensibilisiert besonders für das Risiko von Suggestion im therapeutischen Kontext. Daneben werden verbreitete Mythen über das menschliche Gedächtnis thematisiert. Für psychotherapeutisch und psychologisch beratend tätige Personen.

Autonomie- und teilhabeeinschränkende toxische Beziehungen zwischen Therapeut*innen und Patient*innen: Eine qualitative Studie zum Narrativ „rituelle Gewalt“

Jörg M. Fegert, Lea Frühauf, Jelena Gerke & Kim Magiera | Universität Ulm, September 2025
Die Studie untersucht anhand qualitativer Fallanalysen psychotherapeutische Behandlungsverläufe, in denen das Narrativ „ritueller Gewalt" eine zentrale Rolle spielt. Dabei zeigt sie schädigende Beziehungsdynamiken zwischen Therapeutin und Patientin auf. Die Autorinnen ordnen ihre Befunde explizit in medizinethische Grundsätze und die Diskussion um Behandlungsfehler ein. Damit liefert die Arbeit empirisches Material dazu, wie bestimmte Therapieansätze im Umfeld von „rituelle Gewalt"-Vorstellungen Patientinnen schaden können – ein Befund, der unmittelbar an die False-Memory-Debatte über problematische Erinnerungsarbeit in der Therapie anschließt.
Eine Buchveröffentlichung ist für November 2026 angekündigt.

Traumatherapie und ihre Schattenseiten: Über unerwünschte Nebenwirkungen müssen wir reden, statt sie zu verharmlosen

Susanna Niehaus, Michaela Sonnicksen | Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie, April 2025
Die Rechtspsychologinnen Susanna Niehaus und Michaela Sonnicksen widersprechen der Auffassung, leitlinienkonforme Traumatherapie gefährde die Erinnerung nicht. Anhand aktueller Befragungsdaten und sechs Fällen aus der Gutachterpraxis zeigen sie: Auch eine fachgerechte Behandlung kann falsche Missbrauchserinnerungen verfestigen, wenn diese schon vorher entstanden sind, etwa durch frühere Therapien, Beratung oder kommerzielle „Trauma-Tests“ in sozialen Medien. Sie fordern Psychoedukation über die Fehleranfälligkeit des Gedächtnisses und eine sorgfältige Anamnese vor jeder traumafokussierten Behandlung. 

Sexuelle Missbrauchserlebnisse in Kindheit und Jugend – Offenbarungsverhalten Betroffener, Kontinuität der Erinnerungen und Fachkenntnisse in relevanten Berufsgruppen

Michaela Sonnicksen | Dissertation, Bonn 2025
Die Autorin ist Rechtspsychologin an der Universität Bonn. Für Ihre Doktorarbeit hat sie in einer anonymen Onlinestudie mit 2.856 Befragten gezeigt, wie schwer die Folgen suggestiver Behandlungspraktiken für die Betroffenen wiegen. 348 Teilnehmende berichteten von „wiederentdeckten“ Erinnerungen an sexuellen Missbrauch. Knapp ein Drittel davon entstanden in einer Psychotherapie oder Beratung. Etwa die Hälfte dieser Personen hatte aktiv mit Therapeuten nach Erinnerungen gesucht. Danach ging es 59 % von ihnen vorübergehend und 30 % dauerhaft schlechter. Die Hälfte brach den Kontakt zur Familie ab. 14 % der in Traumatherapie entstandenen Erinnerungen betrafen rituelle Gewalt in Kulten. Die Mehrheit neuer Missbrauchserinnerungen entsteht inzwischen allerdings außerhalb von Therapie.

Rituelle Gewalt als Form organisierter Kriminalität auf dem wissenschaftlichen Prüfstand: Wo endet die Realität und wo beginnt die Fiktion?

Philipp Herzog, Rafaële J. C. Huntjens, Tim Kaiser, Renate Volbert | Psychotherapeutenjournal (2/2025)
Der Artikel untersucht rituelle Gewalt im Kontext organisierter, sexualisierter Kriminalität und grenzt empirisch nachweisbare Formen solcher Gewalt von populären Mythen ab. Trotz weit verbreiteter Erzählungen – etwa über satanistische Netzwerke mit Mind‑Control‑Techniken – gibt es keine belastbaren Belege für systematischen rituellen Missbrauch. Der Diskurs speist sich häufig aus Therapiepraktiken, die falsche Erinnerungen fördern können. Gefahrensignale in der Psychotherapie sind der unreflektierte Einsatz von recovered‑memory‑Techniken oder suggestiven Interventionen. Der Beitrag empfiehlt stattdessen eine sorgfältige, traumasensible Anamnese, Sensibilisierung für Scheinerinnerungen und evidenzbasierte Vorgehensweisen im Umgang mit neu berichteten Erinnerungen.

Wiedergewonnene Erinnerungen in der Psychotherapie: Eine Befragung praktizierender PsychotherapeutInnen in Deutschland

Jonas Schemmel, Lisa Datschewski-Verch & Renate Volbert | Memory, Januar 2024
Recovered memories in psychotherapy: a survey of practicing psychotherapists in Germany
Deutschsprachiger Zusammenfassung (FMD/Claude) mit Link zum Originalartikel 

Aus den Ergebnissen: In der Befragung von 258 Therapeutinnen hatten 82 % schon einmal ein verdrängtes Trauma vermutet, ohne dass die Patienten davon berichtet hatten. Mehr als ein Drittel hatte suggestive Techniken zur Aufdeckung eingesetzt. Jede/r fünfte Befragte hielt es für eine Aufgabe der Psychotherapie, verdrängte Traumata zugänglich zu machen – mit dem Risiko falscher Erinnerungen und negativer Folgen für Patientinnen und die Beschuldigten (z. B. in Strafverfahren). Zugleich wünsche sich über die Hälfte der Therapeutinnen mehr Unterstützung im Umgang mit diesem Thema. Appell: Gedächtniswissenschaft und Wissen um Suggestion sollten „fester Bestandteil der Therapeutenausbildung" werden.

Rituelle sexuelle Gewalt. Eine kritische Auseinandersetzung mit fragwürdigen empirischen Belegen für ein fragliches Phänomen

Andreas Mokros, Jonas Schemmel, André Körner, Aileen Oeberst, Roland Imhoff, Kristina Suchotzki, Verena Oberlader, Rainer Banse, Anja Kannegießer, Silvia Gubi-Kelm, Robert Lehmann und Renate Volbert | Psychologische Rundschau, April 2024

Im Zuge eines Projekts, das durch die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wurde, erstellte eine Hamburger Forschergruppe1 mehrere Veröffentlichungen, darunter eine Online-Umfrage an 165 selbst-definierten Betroffenen ("Organisierte und rituelle Gewalt in Deutschland. Kontexte der Gewalterfahrungen, psychische Folgen und die Versorgungssituation", Nick et al., Trauma & Gewalt, 2018; Bezahlartikel, doi-Link im pdf). Der vorliegende Beitrag setzt sich insbesondere mit der Ergebnisinterpretation der Studie kritisch auseinander.

Die Ergebnisse sämtlicher Studien aus dem von Fachverbänden vielfach kritisierten Forschungsprojekt sind in der Broschüre: "Sexueller Kindesmissbrauch in organisierten und rituellen Gewaltstrukturen" zusammengefasst. Die Aufarbeitungskommission und das Bundesfamilienministerium bieten diese als pdf-Download an (Stand 09/26).
1) Schröder, J., Nick, S., Behrendt, P., Kraus, A.-K., Richter-Appelt, H., & Briken, P. (2021)

Kommentar zum Positionspapier von Mokros, A. et al. (2024), Rituelle sexuelle Gewalt

Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs Christine Bergmann, Silke Birgitta Gahleitner, Julia Gebrande, Matthias Katsch,
Barbara Kavemann, Heiner Keupp, Stephan Rixen | Psychologische Rundschau, April 2024
Die Aufarbeitungskommission beruft sich auf die Existenz zahlreicher Betroffenenberichte. Die Kritiker ließen "Respekt vor der Pluralität erkenntnistheoretischer Ansätze und unterschiedlicher Forschungsmethodologien" vermissen. Die Kommission lädt die Vertreterinnen der am Thema beteiligten Fachverbände zu einem "sachlichen Austausch ein, der wissenschaftlichen Standards folgt, auf diffamierende Kritik verzichtet, gegenseitigen Respekt gewährleistet und die Fehlbarkeit der eigenen Position anerkennt".

Unterschiedliche Überzeugungen, aber nur eine Wahrheit

Andreas Mokros, Jonas Schemmel, André Körner, Aileen Oeberst, Roland Imhoff, Kristina Suchotzki, Verena Oberlader, Rainer Banse, Anja Kannegießer,
Silvia Gubi-Kelm, Robert Lehmann und Renate Volbert | Psychologische Rundschau, April 2024
Replik auf die Kritik der Aufarbeitungskommission am Positionspapier zu ritueller Gewalt: Belege für organisierte, konspirative Täternetzwerke fehlen weiterhin; unterschiedliche Überzeugungen ändern nichts daran, dass es nur eine empirisch zu prüfende Wahrheit geben kann.

Trauma und Erinnerung – ein Beitrag zur aktuellen Debatte in Recht und Psychotherapie

Julia Schellong, Anton Schellong, Ursula Gast, Ulrich Frommberger, Alexander Jatzko, Ingo Schäfer | Der Nervenarzt, 05/2024
Der Abruf traumatischer Erinnerungen (z. B. bei sexualisierter Gewalt) ist komplex – relevant vor allem in Gerichtsverfahren, die auf Opferaussagen beruhen. Da Erinnerungen, etwa durch Psychotherapie, veränderbar sind, gelten Aussagen therapieerfahrener Betroffener oft fälschlich als unzuverlässig, was den Eindruck erzeugt, man müsse zwischen Traumabehandlung und Verurteilungschancen wählen. Der Beitrag begegnet diesem Dilemma mit konstruktiven Lösungsvorschlägen: mehr Forschung in Schlüsselbereichen, erweiterte Therapie- und Dokumentationsrichtlinien sowie bessere Kommunikation an alle Beteiligten.

Rituelle sexuelle Gewalt. Zur aktuellen Kontroverse über ein polarisierendes Narrativ

Silvia Gubi-Kelm, Luise Greuel | reportPsychologie, April 2024
Zwei Rechtspsychologinnen zeigen, dass die Grundannahmen des Narrativs ritueller sexueller Gewalt – Verdrängung, Mind Control, absichtliche Persönlichkeitsspaltung – wissenschaftlich nicht haltbar sind. Eine Dissoziative Identitätsstörung ist kein Beleg für erlebten Missbrauch: Der Rückschluss ist zirkulär, die Diagnose entsteht häufig erst im Therapieverlauf, und suggestive Methoden erhöhen bei diesen Patientinnen und Patienten das Risiko falscher Erinnerungen besonders stark. Forderungen nach einer Abkehr von der wissenschaftlich fundierten Glaubhaftigkeitsbegutachtung werden als unbegründet zurückgewiesen.

Denn sie wissen (nicht), was sie tun: Die Hamburger ORG-Studien über Mind Control, gezielte Persönlichkeitsaufspaltungen und induzierte Amnesien. Eine Replik auf die Kritik von Schröder et al. (2023)

Susanna Niehaus, Andreas Krause | Praxis der Rechtspsychologie, 09.11.2023

Die Autoren antworten in diesem Beitrag auf die Kritik der Hamburger Forschergruppe (Schröder et al.)1 an ihren Veröffentlichungen über sogenannte ORG-Studien (Organisierte Rituelle Gewalt).
Die Autoren befassen sich kritisch mit Konzepten wie „Mind Control“ (Gedankenkontrolle), Persönlichkeitsaufspaltungen und induzierter Amnesie. Sie warnen davor, dass Annahmen über organisierte rituelle Gewalt ohne ausreichende empirische Belege die juristische Praxis und Opferinteressen in Sexualstrafverfahren gefährden könnten. Die ausführliche Debatte können Sie in der Fachzeitschrift "Praxis der Rechtspsychologie" nachlesen.
1) Schröder, J., Nick, S., Behrendt, P., Kraus, A.-K., Richter-Appelt, H., & Briken, P. (2021)

Gibt es organisierten rituellen Kindesmissbrauch?

Roland Imhoff, Marcel Meuer, Andreas Mokros, Aileen Oeberst | The Inquisitive Mind 2/2024 
Eine Reihe von Therapeutinnen und Therapeuten sowie selbstdefinierte Betroffene berichten von geheimen Organisationen, die Kinder zu ideologischen oder religiösen Zwecken missbrauchen und durch Persönlichkeitsspaltung kontrollieren sollen. Polizeiliche Ermittlungen haben dafür keinerlei Belege gefunden. Die Autoren diskutieren, warum die Existenz solcher verschwörerischen Geheimbünde trotz der Betroffenenberichte nicht gut mit wissenschaftlichen Erkenntnissen vereinbar ist – und warum suggerierte Erinnerungen an die vermeintlichen Taten eine belastbarere Erklärung darstellen.

Alleged false accusations of abuse: characteristics, consequences, and coping

Sanne T. L. Houben, Linsey Raymaekers, Leonie Loop, Desiree Vandervelt, Lawrence Patihis & Melanie Sauerland | Memory, 2004
Originalartikel mit deutschsprachiger Zusammenfassung
Für die erste internationale Studie zu Menschen, die nach eigener Aussage zu Unrecht des (meist sexuellen) Missbrauchs beschuldigt wurden, befragte die Uni Maastricht 60 Mitglieder von False Memory Deutschland zu ihren Erfahrungen. Meist richteten sich die Vorwürfe gegen Väter und standen häufig im Zusammenhang mit einer Psychotherapie der beschuldigenden Person – knapp drei Viertel der Beschuldigten vermuteten eine dort entstandene falsche Erinnerung als Ursache. Die Folgen waren gravierend: Kontaktabbruch, oft zerbrochene Familien, häufig depressive Symptome. Von elf strafrechtlich Verfolgten wurde keiner verurteilt. Die Studie stellt weder echte Missbrauchsopfer noch deren Täter:innen infrage, sondern macht eine bislang kaum erforschte Perspektive sichtbar.

Von hartnäckigen Fiktionen und unbequemen Wahrheiten über die Dissoziative Identitätsstörung

Philipp Herzog, Tim Kaiser & Rafaële J. C. Huntjens | Psychotherapeutenjournal (1/2025)
Die Autoren setzen sich kritisch mit verbreiteten Mythen über die Dissoziative Identitätsstörung (DIS) auseinander und stellt ihnen den aktuellen Stand der Forschung gegenüber. Er warnt vor suggestiven Therapietechniken, die zur Entstehung falscher Erinnerungen beitragen können, und betont die multifaktorielle Entstehung von DIS jenseits monokausaler Traumahypothesen. Statt traditioneller Phasenmodelle empfiehlt der Beitrag evidenzbasierte Behandlungsansätze. Auch die Rolle von Social Media bei der Symptomwahrnehmung wird reflektiert. Ziel ist eine fundierte, differenzierte und verantwortungsvolle klinische Praxis.

Die Erhebung und Bewertung von Zeugenaussagen im Strafprozess

Hrsg. von Rüdiger Deckers, Günter Köhnken, Jenny Lederer | Berliner Wissenschafts-Verlag, 2024
Der sechste Band der etablierten Reihe widmet sich dem reformierten Sexualstrafrecht (§ 177 StGB) und beleuchtet interdisziplinär, was strafrechtlich als Widerstandsunfähigkeit gilt. Der Band berührt an mehreren Stellen die False-Memory-Problematik – insbesondere bei der Glaubhaftigkeitsbeurteilung von Zeugenaussagen, der Rolle dissoziativer Störungen im Strafprozess und der Frage, welche Standards für aussagepsychologische Gutachten gelten.

False Memory – In der Therapie "wiedergefundene" Erinnerungen

Kai Funkschmidt (Hg.) | EZW-Texte 266, 2020
Der Band dokumentiert die Vorträge der ersten Fachtagung von „False Memory Deutschland e.V.“

Aus dem Inhalt:
Thomas Knecht: 125 Jahre falsche Erinnerungen an sexuellen Missbrauch
Melanie Sauerland: Erinnerungen an lange zurückliegenden sexuellen Missbrauch im therapeutischen Setting. Zum Stand aus wissenschaftlicher Sicht
Hans Stoffels: Falsche Erinnerungen aus der Erfahrung eines Psychotherapeuten
Michael Utsch: Der Einfluss weltanschaulicher Vorannahmen in der Psychotherapie Das Beispiel „Rituelle Gewalt“
Jürgen Zillikens: Die rechtliche Situation von Menschen mit Therapie-induzierten „falschen Erinnerungen“ an sexuellen Missbrauch
Heide-Marie Cammans: Erste Hilfe und Begleitung bei „False Memory“-Opfern Ein Bericht aus der Beratungsarbeit von False Memory Deutschland e. V.